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Die Kawasaki Zephyr Baureihe

Die Zephyr 550

Die Zephyr 550 ist außerhalb Japans und des südpazifischen Raumes das kleinste Modell der Zephyr-Baureihe. Charakteristisch für dieses Modell ist, wie für die anderen Zephyr-Modelle auch, der klassisch schöne 4-Zylinder-Motor mit großen Kühlrippen und ein 6-Gang-Getriebe, verpackt in einem Doppelschleifen-Stahlrahmen ohne Hauptständer, mit einer an die frühen 1980er Jahre erinnernden 4-in-1-Auspuffanlage.
Das Ganze steht vorne auf einer 17-Zoll-5-Speichen-Alufelge mit einem 110 mm breiten Reifen, gebremst durch 2 Bremsscheiben mit Doppelkolben-Bremssätteln und gefedert durch eine Teleskopgabel mit 39 mm Standrohrdurchmesser; hinten auf einer 18-Zoll-Alufelge mit einem 140 mm breiten Reifen, gebremst durch eine Scheibenbremse mit Doppelkolbenzange, eingepaßt in eine Alu-Kastenschwinge mit wartungsfreundlichen Exenterspannern, gefedert durch in Vorspannung und Zugstufen einstellbaren Stereo-Stoßdämpfer mit Ausgleichsbehältern. Abgerundet wird die Optik durch einen schönen tropfenförmigen Tank und eine fein gesteppte Stufensitzbank.
Eigentlich als 400er konstruiert, erhielt sie für den Einsatz auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa einen 550er (554 ccm) Motor. Dem Motor sieht man seine Abstammung an. Er geht in direkter Linie auf das Triebwerk der GPZ 550 aus den 1980er Jahren zurück, der widerum vom Motor der Z 550 E aus den späten 1970er Jahren abstammt. Neben der Zephyr 550 werkelte dieser Motor auch in dem alten kardanangetriebenen Tourer GT550, der noch bis 1992 in Großbritannien verkauft wurde. Er wurde anfangs in einer 27 PS- (später 34 PS) und einer 50 PS-Version angeboten.
Aufgrund der relativ geringen Sitzhöhe von 770 mm, des geringen Gewichtes von knapp 200 Kg und der Verfügbarkeit mit 27 PS, wurde das kleinste Mitglied der Zephyr-Baureihe in Europa sehr schnell als Frauen-, bzw. Anfängermotorrad abgetan, was dem spritzigen und drehfreudigen Charakter der offenen Leistungsvariante aber bei weitem nicht gerecht wird. Sportliche Fahrer können gerade auch mit der Zephyr 550 beim Kurvenrauben viel Spaß haben.
Modell-Chronik
Die Markteinführung der Zephyr 550 war bereits 1990 als B1-Version in den USA und in Kanada. Die Ausstattung unterschied sich dort nicht von der japanischen Zephyr 400, mit rechteckigen Spiegeln, dem Zephyr-Schriftzug als einfachen Kunststoffaufkleber an den Tankflanken und Tacho und Drehzahlmesser zusammen in einem schwarzen Kunststoffgehäuse, das den sportlichen Charakter der 550er unterstreichen sollte.
1990 erfolgte außerdem die Vorstellung der Zephyr 550 als B2-Version auf der IFMA in Köln und wurde bereits dort mit viel Lob überhäuft.
1991 blieb in den USA und Kanada alles beim alten. Das B2-Modell wurde hier weiterhin im B1-Outfit ohne Änderungen vertrieben. Ganz anders in Europa und dem Rest der Welt. Dort wurde die B2 in einem hochwertigeren Outfit präsentiert. Sie bekam klassisch runde Spiegel, Tacho und Drehzahlmesser in separaten Chrombechern und auf den Tankflanken prangten nun jeweils ein großer verchromter Zephyr-Schriftzug. Verfügbare Farben: hellrot und dunkelblau.
1992 bedeutete das Aus für die Zephyr 550 in den USA, aufgrund schwacher Verkaufszahlen und der Querelen mit der Ford Motor Company, wegen der Namensrechte. Für den Export gab es 1992 nur noch eine Version, die B3. Auf den Tankflanken befanden sich nun die Kawasaki-Schriftzüge. Dafür zierte ein kleiner Zephyr-Schriftzug die Seitendeckel. Es gab kleine technische Änderungen in Form verstärkter Dichtungen an Zylinderfuß und -kopf und stärkeren Krümmerwandungen, um das Anlaufen der Krümmer zu verhindern.
Verfügbare Farben: hellrot und dunkelblau.
1993 fiel bei der B4-Version der Doppelkolbensattel hinten dem Rotstift der Ingenieure zum Opfer und wurde durch einen Einkolben-Schwimmsattel ersetzt.
Verfügbare Farben: weinrot und grün.
1994 wurde die B5 neben der offenen Leistungsvariante mit 50 PS, nun gedrosselt mit 34 PS, anstelle von 27 PS angeboten. Außerdem gab es Bremscheiben mit geänderter Lochung. Verfügbare Farben: weinrot, grün und schwarz.
1995 bekamen die Vergaser der B6 eine elektrische Vorheizung um das Kaltstartverhalten zu verbessern. Aufgrund verschärfter Geräuschvorschriften wurden Schalldämpfer und Getrieberäder modifiziert. Verfügbare Farben: weinrot, grün und schwarz.
1996 ging die B7 wie im Vorjahr ins Rennen, die schönen Drahtspeichenfelgen und die Mehrfarblackierung der größeren Modelle blieben der 550er leider verwehrt. Die B7 bekam noch einen stärkeren Antriebsruckdämpfer aus der GPX600R.
Verfügbare Farben: grün und schwarz.
1997 bekam die B8 ein zusätzliches Sekundärluftsystem zur Reduzierung der Abgaswerte. Verfügbare Farben: grün und schwarz.
1998-1999: Das letzte Jahr, in dem die Zephyr 550 nach Europa exportiert wurde war 1998. Aufgrund der gefüllten Lager der Importeure, war sie trotzdem bis Ende 1999 offiziell im europäischen Kawasaki-Programm. Die letzten wurden im Jahr 2000 erstzugelassen.
Verfügbare Farben: grün.
Mehr Interessantes und Nützliches zur Zephyr 550 unter " Technik-Infos"
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